26.01.2012
Bei manchen Tierarten kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wenn man sie von Nahem betrachtet. Eine dieser besonderen Augenweiden findet man seit Neuestem im Vogelhaus im Zoo Basel. Früher nur hinter den Kulissen gehalten, sind in der Schau zwischen den Fledermauspapageien und den Gouldamadinen neu Siebenfarbentangaren (Tangara chilensis) eingezogen. Ihre brillanten und scharf abgegrenzten Farben erinnern an ein Gemälde.
Nicht umsonst heissen Siebenfarbentangaren auch Paradiestangaren. Das Gefieder dieser nur zwölf Zentimeter langen Vögel leuchtet von gelbgrün über ultramarin, himmelblau, schwarz, rot-gelb- orange. Sie gehören zu den seltenen Vögeln in zoologischen Gärten und man findet sie wahrscheinlich in weniger als zehn Zoos. Auch bei Privatzüchtern sind sie eher selten geworden.
In der Schau im Vogelhaus leben zurzeit zwei weibliche Vögel, hinter den Kulissen wird das Zuchtpaar gehalten. Das Vogelhausteam bemüht sich, die Zucht dieses seltenen Vogels zu fördern. Dies ist gar nicht so einfach. Wegen regelmässigen Importen aus Südamerika fiel es früher gar nicht so ins Gewicht, dass sie nur selten nachgezüchtet wurden. Heute ist es schwierig bis unmöglich, Vögel aus einigen Ländern zu importieren und ein nachhaltiger Umgang mit den Wildbeständen ist sicher sinnvoll. Deshalb entschied sich der Zoo Basel, die Vögel von einem Privathalter zu erwerben. Dank der Unterstützung dieses Halters und des besonders guten Handlings durch das Vogelhausteam, bekamen die Paradiestangaren im letzten Jahr Nachwuchs und zogen erfolgreich ein Junges auf.
Anspruchsvoll ist bereits das Zusammenstellen eines Paares: Männchen und Weibchen tragen ein völlig identisches Federkleid. Rein optisch lassen sich die Geschlechter also nicht auseinander halten. Dank moderner DNA-Tests und einer kleinen Feder des jeweiligen Vogels lässt es sich jedoch zuverlässig bestimmen, so dass es nicht mehr wie früher zu ‚Fehlverpaarungen‘ kommen muss.
Die Paradiestangaren kommen – entgegen ihrem lateinischen Namen – nicht in Chile vor. Im Freiland leben sie in den nördlichen und westlichen Regenwäldern des Amazonasbeckens in einer Höhe von bis zu 1400 Metern und sind recht häufig. Früchte, Nektar, kleine Insekten und Beeren sind ihre Leibspeise.
20.01.2012
Die SEO (Spanische Ornithologengesellschaft), Projektpartner von ‚Storchschweiz‘ bemüht sich mit grossem Engagement, den verunglückten Senderstorch „Amelios“ aufzufinden. Die erste Suchexpedition war in den Bergen nahe der Stadt Teruel in Spanien unterwegs. Obwohl die Position des Senders auf etwa 20×20 Meter bekannt ist, verlief die erste Suche erfolglos. Der Grund: Das abgelegene und nur schwer zugängliche Gebiet ist stark zerklüftet, tiefe Rinnen im Boden und steil abfallende Klippen machen die Suche zu einem gefährlichen Unterfangen.
Es wurden zahlreiche Hinweise gefunden, dass in dem abgelegenen Waldgebiet intensiv gejagt wird. Es besteht die Möglichkeit, dass der Storch abgeschossen wurde. Das Gebiet ist untypisch für Weissstörche und weder als Nahrungs- noch als Rastgebiet geeignet. Freileitungen gibt es in der Region nicht.
Die SEO wird demnächst eine weitere Expedition in das Gebiet durchführen, mit grösserem Team. In präzisen, im Gelände markierten Rastern soll das Gelände dann zentimeterweise abgesucht werden. Auch ein Metalldetektor wird eingesetzt werden.
Amelios sollte mithelfen ein Rätsel zu klären. Ein grosser Teil der westziehenden Störche zieht zum Überwintern nicht mehr nach Westafrika, sondern überwintert in Spanien. Dort finden sie Nahrung in Reisfeldern, vor allem aber auf grossen Mülldeponien. Es gilt nun herauszufinden, ob die Verhaltensänderung auf Zucht- und Auswilderungsprojekte zurückzuführen sein könnte oder ob die Mülldeponien mit grossem - leider nicht immer gesundem - Nahrungsangebot im Süden Spaniens dafür verantwortlich sind. Zwei der fünf Jungstörche, die beim Projekt SOS Storch - Storchenzug im Wandel - mit einem Sender ausgestattet wurden, sind noch unterwegs.
Amelios auf Faceobook:
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Foto: Ramon Marti/SEO)
18.01.2012
Wie ein wilder Tanz sieht es aus, wenn Somali-Wildeselhengst Gigolo (3) und die Stute Yogala (14) über die Anlage toben. Was die beiden zu diesem ungewöhnlichen Verhalten antreibt, lässt sich nur vermuten.
Gigolo kam am 15. November in den Zolli. Der junge Hengst soll für Nachwuchs bei der seltenen Tierart sorgen. Bei allen Wildesel-Damen kam der ungestüme Jüngling sofort gut an. Für die spielerischen ‚Tänze‘ bevorzugt er aber Yogala. Möglich, dass der jugendliche Hengst anfangs etwas eingeschüchtert vom fordernden Verhalten der erfahrenen Stute war. Kaum war sie rossig, forderte sie Gigolo unmissverständlich zur Paarung auf und liess auch nicht locker, als er ob ihrem aufdringlichen Verhalten das Weite suchte. Aus dem anfänglichen Hin und Her entwickelte sich mit der Zeit ein wildes Raufspiel, das die beiden immer dann aufführen, wenn Yogala rossig wird.
Das Verhalten der beiden ist ungewöhnlich, bisher konnte Ähnliches im Zolli nur bei Fohlen beobachtet werden. Treibjagden hingegen sind vor Somali-Wildesel-Paarungen üblich. Dann jagt der Hengst die Stuten über die Anlage, bis diese bereit für die Paarung sind. Gigolo zeigte dieses Verhalten bereits beim ersten Zusammentreffen mit den Stuten und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass Gigolo im Zolli bald für Nachwuchs sorgen wird. Aufsehen erregte der ungestüme Hengst bereits kurz nach seiner Ankunft bei seinem ersten Ausflug auf die Aussenanlage, als er mit einem ungebremsten Spurt im Wassergraben landete.
Der Zoo Basel hält seit 1970 Somali-Wildesel. Weltweit leben nur gut 200 Individuen dieser Wildesel-Art in Zoos. In der Natur sind sie vom Aussterben bedroht und zählen zu den seltensten Säugetieren. Nur noch wenige hundert Tiere leben in Äthiopien sowie in Eritrea und vielleicht noch in Somalia. Kriege, Konkurrenz mit den Nutztieren der Bevölkerung und die kargen Nahrungs- und Wasserreserven haben ihren Bestand in den letzten Jahren extrem dezimiert. Umso wichtiger sind die Bemühungen der zoologischen Gärten, durch gezielte Zuchten, sogenannten EEPs (Europäische Erhaltungszucht-Programme), diese sehr seltene Säugetierart zu erhalten.
14.01.2012
An der Museumsnacht im Viarium erfuhr man beim Orakelrad alles, was man schon immer über das Treiben unter Wasser wissen wollte, erforschte die Geheimnisse hinter den Kulissen des Vivariums, geniesst die legendären Sushi oder kosteet den letzten Giftdrink an der Eisbar.
Herzlichen Dank an all die aufgestellten und interessierten Besucherinnen
11.01.2012
Der jüngste Affenhausbewohner im Zoo Basel ist am 27. Dezember geboren. Das Sumpfspringaffenbaby ist noch winzig und wird von allen Familienmitgliedern sorgfältig gepflegt. Die Freude über den Nachwuchs ist gross, die in Zoos eher seltenen Äffchen werden in einem Erhaltungszuchtprogramm geführt. Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt im Freileben, im Zoo selber wird ihr Verhalten derzeit wissenschaftlich untersucht.
Die Freude über den erneuten Nachwuchs bei den seltenen Sumpfspringaffen im Zoo Basel ist gross. Zum dritten Mal haben Mutter Chica (9) und Vater Gunther (6) Nachwuchs gezeugt. Wie bei Sumpfspringaffen üblich wird der pelzige Winzling oft vom Vater auf dem Rücken herumgetragen. Zur Überraschung der Zolli-Verantwortlichen beteiligen sich aber auch die älteren Brüder des Babys Hijo (2) und Hermoso (1) fleissig beim Tragen, sodass jedes Familienmitglied in die Jungenaufzucht eingebunden ist.
Seidiger Winzling
Wie so üblich für das unscheinbare Sumpfspringaffen-Dasein rechnete niemand so richtig mit diesem erneuten Glücksfall. Das Geschlecht des am 27. Dezember geborenen Jungen ist noch unbekannt. Nur schon das Entdecken des Babys im dichten Fell seiner Eltern braucht etwas Glück und ein geschultes Auge. Mit ihrem Nachwuchs haben sich die temperamentvolle Chica (9) und der etwas schüchterne Gunther (6) zu einem gestandenen Zuchtpaar entwickelt, das die Erwartungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) voll und ganz erfüllt. Sumpfspringaffen sind nur in 15 europäischen Zoos anzutreffen. Die Entwicklung in den letzten Jahren stimmt positiv, und mittlerweile sind insgesamt mehr als 60 Tiere zu bewundern.
Sind Sumpfspringaffen kooperativ?
Zurzeit nimmt ein Biologiestudent im Rahmen seiner Masterarbeit am Anthropologischen Institut der Universität Zürich das aktive Sozialverhalten der Sumpfspringaffen genauer unter die Lupe. Sein Ziel ist es herauszufinden, ob die Tiere bei der Futterbeschaffung kooperatives Verhalten zeigen. Erstaunlicherweise hat man solches Verhalten bei den benachbarten Weisskopfsakis bereits beobachten können, nicht aber bei den Schimpansen.
Hilfe für Springaffen im Freileben
Sumpfspringaffen leben als monogame Paare mit ihrem Nachwuchs in den unteren Etagen des südamerikanischen Regenwaldes. Sie beanspruchen kleine Territorien von wenigen Quadratkilometern, wo sie sich hauptsächlich von Früchten und Blättern ernähren. Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt zur Erhaltung und Erforschung von Sumpfspringaffen im Freileben in Peru (www.proyecto-mono-tocon.org).
11.01.2012
Im Zoo Basel sind wieder Ohrenquallen zu sehen. Dank neuen Aufzuchtmethoden sind die gezeigten Exemplare so schön wie noch nie.
Seit Sommer 2011 stehen hinter den Kulissen des Vivariums neue Zuchtapparaturen, sogenannte „Planktonkreisel“. Sie sorgen dafür, dass die jungen Quallen, wie im Ozean in einer Endlosströmung treiben und nirgends anstossen. So aufgezogene Quallen sehen noch schöner aus, als die gemächlich schwebenden Schönheiten eigentlich eh schon sind. Hinter der neuen Methode steckt viel Arbeit und Wissen. Eine Tierpflegerin bildete sich für die Quallenzucht im Tierpark Schönbrunn in Wien und der Vivariumstechniker im Monterey Bay Aquarium in Kalifornien weiter. Der Kurator nahm sich die präzisen Methoden der einzigartigen japanischen Aquarien zum Vorbild.
Nachwuchs dank Wechselbad
Heute werden Quallen im Vivarium durch unterschiedliche Fütterungsrhythmen und schwankende Temperaturen zur Fortpflanzung angeregt. Entdeckt wurde dieses System zufällig, als im Dezember 1987das Kühlsystem im Vivarium für zwei Tage ausstieg.
Daraufhin begannen sich die Ohrenquallen überraschend zu vermehren. Quallen bestehen aus zwei verschiedenen Lebensformen, dem festsitzenden, etwa zwei Millimeter kleinen Polypen und der freischwimmenden Meduse, der eigentlichen „Qualle“. Die Polypen produzieren bei schwankenden Umweltbedingungen Knospen, die sich mit der Zeit ablösen und sich frei im Meer treibend zu Medusen umwandeln. Die Medusen ihrerseits werden nach einigen Monaten geschlechtsreif und produzieren dann Eier und Spermien.
Mit Tüfteln zum Erfolg
Der Zolli ist eine der allerersten Institutionen in Europa, die Quallen züchteten.1986 kamen die ersten Polypen aus Düsseldorf. Bereits fünf Monate später gab es Nachwuchs. Die ersten Versuche sie auszustellen waren noch unbefriedigend, denn Quallen sind sehr zerbrechliche Organismen und reagieren sofort auf ungünstige Lebensbedingungen. Sie können zwar mit Kontraktionen ihres Schirms aktiv schwimmen, sie brauchen jedoch eine regelmässige Wasserbewegung, eine exzellente Wasserqualität und viel Futter; Quallen müssen quasi permanent fressen. Dank viel Tüftelei und ausgeklügelten technischen Einrichtungen können die Ohrenquallen nun seit über fünfzehn Jahren permanent in der Ausstellung gezeigt werden. 2011 ist eine weitere Art Quallen hinzugekommen. Hinter den Kulissen werden die schönen Spiegeleiquallen gezüchtet, die dereinst auch im Ozeanium durchs Wasser schweben sollen.
05.01.2012
Im Zoo Basel lässt sich der Dreikönigstag einmal ganz anders begehen. Im Vivarium leben ein Fisch, eine Schlange und eine Seegurke mit königlichen Namen und überraschenden Eigenschaften.
Im Vivarium leben drei Könige der besonderen Art: Der Meerbarbenkönig, die Königsseegurke und die Königsnatter. Der etwa 10 Zentimeter lange Meerbarbenkönig ist ein hübscher, knallroter Mittelmeerfisch mit auffallend grossen Augen. Die Pflege des Nachwuchses ist Sache Männchens. Es brütet die Jungen im Maul aus; verblüffenderweise haben tausende Eier von mehreren Weibchen dort Platz. Die Larven schlüpfen nach einer Woche und die Jungen bleiben im Maul des Vaters bis der Eidotter aufgebraucht ist. Noch absonderlichere und nicht sehr königliche Verhaltensweisen lassen sich bei der bis 35 Zentimeter langen, mit Warzen und Höckern bedeckten, Königsseegurke beobachten. Sie stösst bei Gefahr klebrige Fäden und falls nötig sogar ihre gesamten Eingeweide aus, die dann innerhalb von zwei bis drei Wochen nachwachsen.
Ein weiterer König findet sich ein paar Schritte weiter im Terrarienteil des Vivariums. Die Königsnatter wird auch Milchschlange genannt. Man hatte sie früher im Verdacht, dass sie die Milch aus Kuheutern sauge. Dieses Märchen entstand wohl aus der Angewohnheit dieser Schlangen, sich auf der Suche nach Nagetieren in der Nähe von Scheunen oder Ställen aufzuhalten.
Neben diesen drei Königen lebt noch eine ganze Gruppe königlicher Vögel im Vivarium. Die 14 Königspinguine haben im Winter täglich um 11 Uhr Ausgang. Ihr Spaziergang ist in der kalten Jahreszeit ein Publikumsrenner. Gemächlich, wie es sich für Könige gehört, schreiten sie dann die Vivariums-Brücke hinunter zu ihrem Aussenquartier.
28.12.2011
Zu den Besucherlieblingen im Zoo Basel gehörten 2011 die drei jungen Schneeleoparden und das im Vorjahr geborene Nashornmädchen ‚Henna‘. Gross war die Freude, als das Publikum nach einem Jahr Umbauzeit des Affenhauses wieder die Affen besuchen konnte. Viel Beachtung fanden die Pläne des Zoo Basel, auf der Heuwaage ein Grossaquarium zu bauen.
Der Zoo Basel hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Für die Zolli-Tiere begann es im Januar mit nicht verkauften Weihnachtsbäumen, die den Elefanten, Lamas und Mufflons als Festschmaus vorgesetzt wurden. Anfang Februar machten sich bei den Pelikanen die ersten Frühlingsgefühle bemerkbar. Als ‚Balz-Schmuck’ wuchs ihnen eine hühnereigrosse Beule am Ansatz des Oberschnabels und den Hinterkopf zierten aparte Schmuckfedern. Im März feierte das Etoschahaus sein 10-jähriges Jubiläum.
Endlich wieder Affen
Im Juni wagten sich endlich die bereits im April geborenen jungen Schneeleoparden aus ihrer Höhle. Die drei Jungen sind prächtig herangewachsen und begeistern jetzt mit wilden Raufspielen und Verfolgungsjagden das Winter-Publikum. Am 1. Juli konnten die Zoobesucherinnen und -besucher endlich wieder die Affen besuchen: Nach einjähriger Umbauzeit wurde das Affenaus eröffnet. Im September feierte der Zolli ein gewichtiges Jubiläum in der Nashornzucht. Vor 55 Jahren kam im Zoo Basel ‚Rudra‘, das erste in einem Zoo geborene Panzernashorn zur Welt. Heute ist das 32. Panzernashorn ‚Henna‘ der Publikumsliebling im Zoo Basel.
Vielbeachtetes Ozeanium
Im November kamen Lisztäffchenzwillinge zur Welt. Im Dezember stellte der Zolli seine Pläne für den Umbau des Zoorestaurants vor und schrieb einen internationalen Projektwettbewerb für das ‚Ozeanium‘ aus. Möglich wurde dies dank der Tatsache, dass der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt bereits im Februar grünes Licht für die Umgestaltung des Gebietes zwischen dem Zoo Basel und der Heuwaage gegeben hatte. Ebenfalls im Dezember wurde klar, dass die Geschichte von Storch ‚Amelios‘ wohl ein trauriges Ende genommen hat: Im Zoo Basel geschlüpft, erhielt er im Rahmen eines Projektes von ‚Storchschweiz‘einen Sender. Seine Facebook-Freunde konnten seine Reise gen Süden bis in die Nähe von Barcelona mitverfolgen, dann gab es keine Nachrichten mehr von ‚Amelios‘.
Nachwuchs und neue Zoobewohner
Unzählige Jungtiere kamen im Jahr 2011 zur Welt. Es gab beispielsweise Nachwuchs bei den Borstenhörnchen, den Schwarzschwänen, den Minipigs im Kinderzoo, den Waldrappen, den Totenkopfäffchen, Regenbogenboas und Zwergottern. Neu hält der Zoo Basel Kordofan-Giraffen und möchte damit einen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Unterart leisten. Auch von einem 2011 neu eingetroffenen Okapi-Weibchen und einem neuen Somali-Wildesel-Hengst erhofft sich der Zolli Nachwuchs. Sie beide sind Teil eines Erhaltungszuchtprogrammes zum Schutz der seltenen Tierarten.
17.03.2011
Alle Menschenaffen sind gefährdet oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind Lebensraumzerstörung, Jagd, Handel mit Fleisch (Bushmeat) und durch den Menschen eingeschleppte Krankheiten. Die Jahreskampagne 2011 der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) setzt sich zwei wesentliche Ziele: Über eine breit angelegte Kampagne sollen Menschen sensibilisiert und informiert und mittels einer Sammelaktion sollen eine Million Euro generiert werden. Diese werden in ausgewählte Schutzprojekte fliessen. Der Zoo Basel beteiligt sich an der Aktion mit dem Erlös aus dem Spendentrichter im Restaurant und mit dem Verkauf von besonderen Produkten im Zoo-Laden.
Zu den grossen Menschenaffen zählen je zwei Arten Gorillas und Orang-Utans und die dem Menschen am nächsten stehenden Schimpansen und Bonobos. Zu den kleinen Menschenaffen gehören die Siamangs und Gibbons. Von letzteren stehen beispielsweise die Hainan Gibbons mit weniger als 20 Individuen in freier Wildbahn unmittelbar vor dem Aussterben. Die Ursachen sind Lebensraumzerstörung, Jagd, Bushmeathandel und durch den Menschen eingeschleppte Krankheiten.
Der Lebensraumverlust ist einer der Hauptgründe für die Bedrohung der Menschenaffen. Tropische Wälder - Lebensraum von Menschenaffen - werden für landwirtschaftliche Nutzflächen, Städtebau und zur Holzgewinnung abgeholzt. Wenn die Vielfalt der Bäume und damit eines ganzen Ökosystems verschwindet, verlieren die Menschenaffen Nahrung und Schutz. Die für das geschlagene Holz erstellten Transportwege bieten Bushmeat-Jägern leichten Zugang und ermöglichen den schnellen Transport der gewilderten Tiere in die Städte und weiter über den Schwarzhandel bis nach Europa.
Auf denselben Wegen dringt eine aus den Städten abwandernde Bevölkerung in die Waldgebiete und gewinnt über Brandrodung landwirtschaftlich kurzzeitig nutzbaren Boden. So wird weiterer Lebensraum zerstört. Siedler können Krankheiten wie Tuberkulose einschleppen, für welche das Immunsystem der Menschenaffen nicht vorbereitet ist. Aber auch durch Touristen eingetragene Grippeviren können für Menschenaffen tödlich sein.
Der Zoo Basel beteiligt sich an der „Ape Campaign“ der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) mit dem Erlös aus dem Spendentrichter im Restaurant und mit dem Verkauf von Produkten im Zoo-Laden. Zusätzlich unterstützt der Zoo Basel mit Geldern aus seinem In-situ-Fonds unter anderem ein Projekt zum Schutze von Orang-Utans in Malaysia. In den seit 2004 bestehenden In-situ-Fonds fliessen von jeder verkauften Eintrittskarte 15 Rappen und von jedem Jahres-Abonnement ein Betrag von 1.50 Franken. Auf diese Weise generiert der Zoo Basel rund 100'000 Franken im Jahr, welche für den Naturschutz zur Verfügung stehen. Besuchende, die sich allein schon mit ihrem Zolli-Eintritt für den Schutz bedrohter Tiere und Lebensräume einsetzen, können sich nun noch zusätzlich mit ihrer Beteiligung an der ‚Ape Campaign‘ für das Überleben der Menschenaffen engagieren.