Gunthers und Chicas Liebesglück ist endlich offenkundig. Die Sensation ist nur etwa fünfzig Gramm leicht und hätte in einer Kinderhand Platz. Das am 13. Januar im Zoo Basel geborene Sumpfspringaffenbaby ist die sensationelle Überraschung nach einer über einjährigen wechselvollen Vorgeschichte. Damit kommt im Zoo Basel Schwung in die Nachzucht der seltenen und bedrohten südamerikanischen Affenart.
Am 13. Januar ist im Zoo Basel erstmals ein Kleiner Sumpfspringaffe zur Welt gekommen. Über die zwischen den Eltern Gunther (5) und Chica (6) zaghaft sich spinnenden Bande hatte der Zoo Basel bereits im September letzten Jahres berichtet. Damals hatte der eher schüchterne Gunther aus Schweden nach einer halbjährigen einsamen Geduldsprobe endlich die für ihn vom Koordinator des EEPs (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) ausgewählte, etwas ältere Chica aus Berlin empfangen dürfen. Entsprechend den hohen Erwartungen, die man in ihr Zusammenkommen setzte, wurde ihre Annäherung genau beobachtet. Doch die aufkeimenden Zeichen von Amors Wirken waren mehr als versteckt: hier einmal ein flüchtiges gegenseitiges sich das Fell Pflegen und da einmal ein verstecktes aber untrügliches Nebeneinandersitzen mit den langen, in sich verschlungenen, buschigen Schwänzen. Wirklich fliegen gesehen hat die goldigen Pfeile des alten Kupplergottes aber niemand.
Monate vergingen und Chica und Gunther fristeten ein meist unscheinbares Sumpfspringaffen-Dasein, unterbrochen nur von den arttypischen frühmorgendlichen Duettgesängen. Zweifel kamen auf, ob die etwas temperamentvollere Chica die richtige Wahl gewesen war, oder, ob das Paar vielleicht von der zuweilen wilden Jungenhorde ihrer Gehegegenossen, den Weisskopfsakis, etwas überfordert war. Bereits wurden erste Massnahmen erwogen, als am frühen Morgen des 13. Januar die fröhliche Botschaft von der glücklichen Geburt durch den Basler Zoo ging. Der pelzige Winzling wird meist von der Mutter getragen, ist gelegentlich aber auch auf Vaters Rücken zu sehen. Ob es ein Knabe oder ein Mädchen ist, weiss noch niemand. Sobald sein Geschlecht bekannt ist, wird der kleine Kobold einen Namen erhalten.
Sumpfspringaffen leben in den bodennahen Etagen des Regenwaldes von Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru. Sie können nur in rund einem Dutzend europäischer Zoos bewundert werden. Mit seinem erstmaligen Nachwuchs trägt der Zoo Basel zur Erhaltung dieser bedrohten Affenart bei.








